Chronologie

14. Dezember 2016

Am 14. Dezember 2016 wurde das bundesgerichtliche Urteil publiziert, das das Vorgehen der Staatsanwaltschaft bei der Beschaffung der sogenannten «Beweismittel» sowie die Herausgabe von Kommunikationsdaten durch die Universität Zürich für unrechtmässig erklärt.

Bundesgerichtsurteil vom 29.16.2016.

Stellungsnahme von Iris Ritzmann zum Urteil des Bundesgerichts.


28. August 2014

Eberhard Wolff reicht bei der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich eine Aufsichtsbeschwerde gegen Staatsanwalt Andrej Gnehm ein. Wolff führt in seiner Beschwerde insgesamt 21 Punkte auf, die einen Verdacht auf Amtsmissbrauch, falsche Anschuldigung, Irreführung der Rechtspflege sowie Beihilfe und Anstiftung zur Amtsgeheimnisverletzung begründen.

Gleichzeitig hebt die Universität Zürich die Freistellung von Eberhard Wolff endgültig auf und vereinbart mit ihm, dass er in Zukunft zu vergleichbaren Bedingungen wie vor seiner Freistellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Populäre Kulturen des Instituts für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft arbeiten wird.

Eberhard Wolff kämpft um seinen Ruf, Neue Zürcher Zeitung, 29.8.2014


11. August 2014

Bezugnehmend auf den im Zusammenhang mit der «Blocher/Hildebrand-Affäre» getroffenen Entscheid des Bundesgerichts, dass die Staatsanwaltschaft Christoph Blochers Korrespondenz mit der «Weltwoche» aus Quellenschutzgründen nicht einsehen darf, wirft der ehemalige Chefredaktor des Tages-Anzeigers und heutige Rechtsanwalt Peter Studer die Frage auf, ob im Prozess gegen Iris Ritzmann dieselben Rechtsgrundsätze gelten werden.

Blochers Sieg und der Fall Mörgeli, Tages-Anzeiger, 10.8.2014


10. August 2014

Nachdem sich ein Mitarbeiter der Rega im Zürcher Polizeigefängnis, in dem seinerzeit auch Iris Ritzmann und Eberhard Wolff eingesessen haben, das Leben genommen hat, kritisiert der Vizepräsident der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) die Haftbedingungen in Schweizer Untersuchungsgefängnissen.


8. Juli 2014

Die NZZ veröffentlicht einen Artikel mit der Überschrift «Sind die Daten gegen Ritzmann verwertbar?».


7. Juli 2014

Kantonsrätin E. Guyer und die Kantonsräte M. Bischoff und R. Brunner reichen eine Interpellation ein, die mit «Fragwürdige Ermittlungsmethoden der Zürcher Staatsanwaltschaft» überschrieben ist und die Auswertung der von der Universität Zürich zur Verfügung gestellten Telefon- und E-Mail-Daten zum Gegenstand hat.


6. Juli 2014

Die NZZ am Sonntag veröffentlicht ein Interview mit Andreas Fischer, dem früheren Rektor der Universität Zürich, in dem dieser den Befund der ABG-Kommission, dass die Universitätsleitung in der «Affäre Mörgeli» versagt hat und Iris Ritzmann ein Opfer dieses Versagens geworden ist, nicht gelten lassen will. Fischer wiederholt stattdessen einmal mehr seine Behauptung, dass die von ihm Entlassene «mit ihrer Aktion der Universität enorm geschadet» habe, weil dadurch die bereits angelaufene Mitarbeiterbeurteilung von Christoph Mörgeli sabotiert worden sei.


5. Juli 2014

Der Bericht des kantonalen Datenschützers Bruno Baeriswil wird veröffentlicht. Er enthält die Aussage, dass die Universität Zürich widerrechtlich handelte, als sie der Staatsanwaltschaft Tausende von Telefonanschluss-und Mailkonto-Daten von Universitätsangehörigen und weiteren Personen zur Verfügung stellte. Ein zweites, von der Universität in Auftrag gegebenes Gutachten eines Rechtsexperten kritisiert die frühere Universitätsleitung ebenfalls für ihren «vorauseilenden Gehorsam» und wirft darüber hinaus der Staatsanwaltschaft vor, mit ihrem Vorgehen das Prinzip der Verhältnismässigkeit verletzt zu haben.

Bericht über die Kontrolle der Universität Zürich des kantonalen Datenschutzbeauftragten, Medienmitteilung vom 7.7.2014


30. Juni 2014

Der Kantonsrat debattiert den Bericht der Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit (ABG), wobei die Fronten entlang dem bekannten Links-Rechts-Schema verlaufen.


23. Juni 2014

Die Universität Zürich realisiert die versprochene Führung durch die vormals von Christoph Mörgeli betreute Sammlung des medizinhistorischen Instituts, verlangt aber von den eingeladenen Journalisten, nichts zu fotografieren und auch nichts über ihre Eindrücke zu schreiben.


19. Juni 2014

Anderthalb Jahre nach seiner spektakulären Verhaftungsaktion erhebt der ermittelnde Staatsanwalts Andrej Gnehm Anklage gegen Iris Ritzmann wegen siebenfacher Amtsgeheimnisverletzung. Als Nebenklägerin und Nebenkläger treten die Universität Zürich und Christoph Mörgeli auf. Der Gerichtstermin wird auf den 28. November 2014 angesetzt.

Gleichzeitig stellt die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen Eberhard Wolff ein und gesteht ihm eine bescheidene materielle Entschädigung für die Nachteile zu, die ihm durch die Strafverfolgung entstanden sind.

Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich gegen Iris Ritzmann vom 12.6.2014


8. Juni 2014

Die kantonale Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit (ABG) veröffentlicht ihren Bericht zur «Affäre Mörgeli». Darin wird der früheren Leitung der Universität Zürich «kollektives Führungsversagen» vorgeworfen, während Iris Ritzmann und Christoph Mörgeli als Opfer dieses Versagens bezeichnet werden.

Bericht der kantonalen Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit vom 5.6.2014


1. Juni 2014

Die Universität Zürich veröffentlicht eine Pressemitteilung, in der sie ankündigt, dem Zürcher Kantonsrat und interessierten Medien den Zustand der Sammlung des Medizinhistorischen Instituts und Museums zu zeigen.


7. Mai 2014

Der Tages-Anzeiger veröffentlicht ein Interview von Iwan Städler mit Felix Althaus, dem Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät und Verantwortlichen für die Neuorganisation des Medizinhistorischen Instituts und Museums. Althaus bestätigt sämtliche im «Jütte-Gutachten» von 2011 gemachten Aussagen und zweifelt daran, ob die von der Universität Zürich gesprochene Million für die Sanierung der medizinhistorischen Objektsammlung ausreichen wird.

Was der Dekan in Mörgelis Museum fand, Tages-Anzeiger, 7.5.2014


6. Mai 2014

Die Universität Zürich veröffentlicht eine Medienmitteilung des Inhalts, dass das Institut für Biomedizinische Ethik und der Lehrstuhl für Medizingeschichte zu einem Zentrum für Medical Humanities verbunden werden. Das bisherige Zentrum für Evolutionäre Medizin wird zu einem eigenen Institut aufgewertet, dem auch die bisherige medizinhistorische Objektsammlung und das Medizinhistorische Museum angegliedert werden. Das bisherige Medizinhistorische Institut und Museum wird demnach aufgeteilt und verschwindet als Solches von der Bildfläche.


1. Mai 2014

Der «Tag der Arbeit» markiert für Iris Ritzmann den Beginn ihrer Arbeitslosigkeit. Weil die Universität Zürich gegenüber der Arbeitslosenversicherung eine schwere selbstverschuldete Kündigung geltend macht, werden 36 Tage lang keine Arbeitslosengelder ausbezahlt. Und weil die Universität die Staatsanwaltschaft als Mitklägerin unterstützt, ist Iris Ritzmanns Stellensuche an anderen Hochschulen chancenlos.


30. April 2014

Auf Geheiss der Universität Zürich muss Iris Ritzmann am letzten Tag ihres Anstellungsverhältnisses ihren Arbeitsplatz vollständig räumen. Der UVAK übernimmt die Kosten für den Transport und die vorübergehende Unterbringung der privaten Bücher und Unterlagen in einem gemieteten Lagerraum.


16. April 2014

Die «Rundschau» sendet einen Beitrag, der sich mit dem Ablauf der Verhaftung von Iris Ritzmann und Eberhard Wolff am 15. November 2012 befasst. Auch Einzelheiten des daran anschliessenden Verhörs und die Behandlung von Iris Ritzmann während der Untersuchungshaft werden thematisiert. Der renommierte Jurist Markus Mohler bezeichnet die Vorgehensweise des ermittelnden Staatsanwalts Andrej Gnehm als unverhältnismässig und verwendet in diesem Zusammenhang die Begriffe Befangenheit und Amtsmissbrauch. Der Oberstaatsanwalt spricht demgegenüber von «Courant normal».

Staatsanwalt unter «Verdacht des Amtsmissbrauches», SRF, Rundschau, 16.4.2014


25. März 2014

Der Verband des Personals Öffentlicher Dienste (VPOD), bei dem Iris Ritzmann Mitglied ist, organisiert an der UZH unter dem Motto «UZH – akademische Freiheit oder Feudalsystem?» eine Veranstaltung, die aus verschiedenen Vorträgen und Diskussionsbeiträgen besteht. Der Vortrag von Prof. Ph. Ursprung trägt den Titel «Gefangen zwischen den Fronten – die SVP, die UZH und Prof. Iris Ritzmann».


11. Februar 2014

Bereits kurz nach Amtsantritt hat sich Michael Hengartner, seit dem 1. Februar Rektor der Universität Zürich, mit Iris Ritzmann zu einem Gespräch getroffen.

Uni-Rektor Hengartner im Dialog mit Ritzmann, Neue Zürcher Zeitung, 11.2.2104


3. Februar 2014

Kantonsrätin K. Steiner und Kantonsrat R. Marti reichen eine Interpellation ein, die den Titel «Amtsgeheimnisverletzung mit nicht geheimen Dokumenten» trägt und in welcher dem Regierungsrat u.a. die Frage gestellt wird, ob er der Meinung sei, dass die Weitergabe einer per Gesetz öffentlich zugänglichen Information die Eröffnung eines Strafverfahrens rechtfertige.


26. Januar 2014

UVAK publiziert Entgegnung von Iris Ritzmann zum Gutachten von Heinrich Koller.


4. Dezember 2013

Die Unileitung führt die angekündigte Pressekonferenz zum Gutachten Prof. Kollers über die Umstände der Kündigung durch.

Iris Ritzmann hatte Prof. Koller Auskunftsbereitschaft signalisiert, wurde von diesem aber gleichwohl nie kontaktiert, sodass ihre eigene Dokumentation zu den Geschehnissen nicht in das Gutachten einfliessen konnte.

Einige Stunden später lässt Iris Ritzmann der Presse eine Stellungnahme zum Gutachten von Prof. Koller zukommen.


3. Dezember 2013

Der Rechtsanwalt von Iris Ritzmann beantwortet das sogenannte Verhandlungsangebot von Rektor a.i. Jarren damit, dass er den Willen für Gespräche auf Augenhöhe d.h. mit Vertretern der Universität Zürich bekräftigt.

Sein Antwortschreiben erfolgte wegen des Eingabetermins für die Rekurseingabe mit leichter Verzögerung, erreicht aber mit Eilkurier am selben Tag die Universitätsleitung.

Rektor a.i. Prof. Jarren verschickt am Abend uniintern an ca. 7000 Mitarbeitende ein Email, in der er die Pressekonferenz ankündigt.


2. Dezember 2013

Die Unileitung lädt die Presse zu einer Pressekonferenz ein, um über das von Prof. Koller innert weniger Wochen erstellte Gutachten über die Kündigung zu informieren. Iris Ritzmann wurde von der Unileitung weder darüber informiert, dass dieses Gutachten vorliegt, noch darüber, dass dessen Inhalt an einer Pressekonferenz bekanntgegeben wird.


19. November 2013

Die Uni bietet Iris Ritzmann «Verhandlungen» an, die aber nicht gemeinsam unter der Regie eines Vermittlers, sondern nur zwischen ihr und dem von der Unileitung ausgesuchten Vermittler stattfinden sollen. Zudem soll ausgerechnet die Kündigung nicht Thema des Vermittlungsgesprächs sein.


14. November 2013

Rektor a.i. Prof. Jarren verschickt uniintern an ca. 7000 Mitarbeitende ein Email, in der er verspricht, mit Angehörigen der UZH in einen Dialog zu treten. Die im Kündigungsschreiben enthaltene Forderung nach Lohnrückzahlung bis zum Beginn der Freistellung zurück wird fallengelassen, ebenso die Androhung, Iris Ritzmann den Titel einer Professorin zu entziehen.

Die Aufsichtskommission «Bildung und Gesundheit» (ABG) des Kantons Zürich beschliesst, zur «Causa Mörgeli» eine umfassende Untersuchung einzuleiten, in die möglichst alle Akten einbezogen werden sollen und mit deren Durchführung eine fünfköpfige, aus Vertretern verschiedener politischer Parteien zusammengesetzte Subkommission beauftragt wird.


8. November 2013

Das ganzseitige NZZ-Inserat «Akademischer Protest gegen die Entlassung von Prof. Dr. Iris Ritzmann durch die Universität Zürich» erscheint (siehe auch Akademischer Protest)


6. November 2013

Rektor Fischer tritt unmittelbar vor der Publikation des Akademischen Protests, der von 600 Akademikerinnen und Akademikern unterzeichnet wurde, vorzeitig zurück.

Am selben Abend gibt die teilerneuerte Unileitung bekannt, dass sie die Umstände der Kündigung extern überprüfen lassen will.

Mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Gutachtens wird der ehemalige Direktor des Bundesamtes für Justiz, Prof. Heinrich Koller, beauftragt.


1. November 2013

Uni-intern und ohne Iris Ritzmann zu informieren, verschickt Rektor Prof. Fischer an ca. 7000 Mitarbeitende ein Email, in dem er die Kündigung von Frau Prof. Dr. Iris Ritzmann bekanntgibt.

Die Unileitung informiert die Presse unter Weglassung einzelner Massnahmen (sofortiger Lohnzahlungsstopp, Lohnrückzahlungspflicht bis November 2012 zurück, Androhung des Professorentitelentzugs) und mit bewusst einseitiger Begründung über die Kündigung von Iris Ritzmann auf dem Mediadesk.

Die Vertragsauflösung wird auf Ende April 2014 angesetzt, was sechs Monate Anstellungsverhältnis ohne Lohnfortzahlung bedeutet. Dass die Entlassung politische Gründe hat, wird in der Medienmitteilung der Unileitung in Abrede gestellt.

Iris Ritzmann reagiert auf diese Ereignisse mit einer Stellungnahme.

News

Tages-Anzeiger

14. Dezember 2016

«Affäre Mörgeli»: Bundesgericht erklärt Beweise für ungültig ...

Neue Zürcher Zeitung

10. Februar 2016

Das Bundesgericht zwingt die Universität Zürich, das Gutachten äber die Dissertationsbetreuung im ...

Neue Zürcher Zeitung

12. Dezember 2015

Auch das Obergericht Zürich spricht sich gegen die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft aus ...

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5. Dezember 2015

Urteil des Bezirksgerichts Zürich: die sogenannten Beweismittel des Staatsanwalts wurden widerrechtlich erworben ...

Neue Zürcher Zeitung

29. November 2015

Anglage gegen Ritzmann fällt in sich zusammen ...

Neue Zürcher Zeitung

29. August 2014

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UVAK

28. August 2014

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Tages-Anzeiger

10. August 2014

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